Freitag, 26. Januar 2007

Stuhlinkontinenz

Stuhlinkontinenz ist ungewollter Verlust von Wind und Stuhl. (ICS*)

Urgedarm oder Reizdarm 'entspricht' der Reizblase und kann mit oder ohne Stuhlinkontinenz auftreten.

Stuhlinkontinenz kann auch bei gesunden Menschen auftreten. Z.B. bei starkem Durchfall.
Eine andauernde, regelmässige Stuhlinkontinenz von festem Stuhl beinträchtigt die Lebensqualität von Betroffenensehr stark. Sie lässt sich schlechter verstecken als Urininkontinenz und schränkt das soziale Verhalten massiv ein.

Ursachen der Stuhlinkontinenz
  • Die häufigste Ursache ist die Beckenbodenverletzung während der Geburt. Solche Verletzungen können auftreten bei einer schwierigen Geburt. Wenn bei der Geburt die Zange oder die Saugglocke verwendet wird.
    Oder bei einem sehr schnellen Geburtsverlauf
  • Verstopfung, Reizdarm, Morbus Crohn.
  • Tumore.
  • Stuhlinkontinenz kann auch auftreten nach Darmoperationen oder nach einer Hämorrhoiden-Operation.
  • Wenn der Beckenbodennerv (Pudendusnerv) beschädigt wird (Unfall, Diabetes mellitus).
  • Ganz allgemein bei einem analem Trauma.
Was können Sie tun bei einer Stuhlinkontinenz?
  • Klären Sie ab, ob eine körperliche Ursache (Tumor, Reizdarm, ...) vorliegt.
  • Achten Sie unbedingt auf Ihre Ernährung. Ihr Stuhl sollte weich, aber geformt sein. D.h. Sie sollten weder Verstopfung noch Durchfall haben.
    Zu einer guten Ernährung gehören: Genügend Ballaststoffe, viel Gemüse, Früchte, Getreide, gesundes(!) Fett, genügend Trinken.
    Oft fehlen Vitamine, Mineralien oder Spurenelemente. Hier kann Nahrungsergänzung eine sinnvolle Alternative sein. Besonders, wenn Sie Getreide, Gemüse und Früchte nicht vertragen.
  • Beckenbodentraining, evtl. kombiniert mit Biofeedback oder Elektrostimulation.
  • Operativ: eine sogenannte Sphinkter-overlap-Repair bei starkem Defekt der Afterschliessmuskulatur.
*ICS = International Continence Society

Dieser Artikel ist ein Auszug aus: Claudia Amherd 'Beckenbodentraining - Fitness für den kostbarsten Muskel der Frau' ISBN-13 978-3-8334-4143-1

Donnerstag, 25. Januar 2007

Sexercises

Viele Frauen können keinen Orgasmus erleben. Nach Schwangerschaft und Geburt fühlen sich viele Frauen 'weit' und spüren den Partner oft nur noch beim Eindringen. Andere Frauen wiederum können 'nur' einen klitoralen Orgasmus erleben. Der ist zwar auch schön. Erleben die Frauen jedoch zum erstenmal einen vaginalen Orgasmus sagen sie oft 'jetzt weiss ich, was mir bisher gefehlt hat beim Sex.

All dies ist immer noch Tabu. Bis vor kurzem gab es in der Wissenschaft noch nicht mal Menschen, die sich mit sexuellen Schwierigkeiten der Frau auseinander setzten. Bisher wurden meist nur männliche Schwierigkeiten untersucht. Neusten wissenschaftlichen Studien zufolge leiden 25 % aller Frauen unter Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erleben! Weitere 25 % leiden unter Schmerzen beim Sex.

Meist fehlt der Frau einfach das Bewusstsein für ihre intimen Organe und besonders für die umliegende Muskulatur - die Beckenbodenmuskulatur. Den meisten Frauen hilft bereits eine bessere Wahrnehmung ihrer intimen Muskeln, mehr zu empfinden. Nach einem gezielten Beckenbodentraining, das diese Muskeln auch noch stärkt, erleben viele Frauen zum ersten Mal einen vaginalen Orgasmus.

Im Beckenbodenzentrum lernen Sie den Beckenboden wieder richtig zu gebrauchen. In allen Lebenslagen. Und ganz speziell bei der Liebe. Denn mit meinem Training trainieren Sie auch Ihr Gespür für die Liebesmuskeln. Die Scheide wird straffer, die Liebesmuskeln elastischer und verspielter. Sie schärfen Ihr Bewusstsein für Ihre intimen Muckis.
In kurzer Zeit werden Sie mehr empfinden und endlich (wieder) einen Orgasmus erleben. Wo und wann Sie im Beckenbodenzentrum trainieren können, finden Sie in der Sidebar.

Die 7 besten Sexercises finden Sie in meinem Buch: Claudia Amherd 'Beckenbodentraining - Fitness für den kostbarsten Muskel der Frau ISBN 978-3-8334-4143-1

Montag, 15. Januar 2007

Was ist eine Senkung?

Von einer Senkung spricht man, wenn ein Organ im Becken tiefer liegt, als es normalerweise liegen sollte. Grad III einer Senkung wird Vorfall oder Prolaps genannt. Dabei treten Teile der Organe aus der Scheide oder dem After aus.

Je nachdem, welches Organ sich senkt, bezeichnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt die Senkung unterschiedlich:
  • Urethrozele: Senkung der Harnröhre
  • Zystozele: Senkung der Harnblase durch die vordere Scheidenwand
  • Zystourethrozele: Senkung von Harnblase und Harnröhre
  • Deszensus uteri: Gebärmuttersenkung
  • Rektozele: Senkung des Enddarms durch die hintere Scheidenwand
  • Enterozele: Senkung des Dünndarms
Organsenkungen entstehen nicht von heute auf morgen, sondern über Jahre. Am Anfang einer Senkung fühlt sich die Scheide meist weich und offen an. Beim Geschlechtsverkehr spüren Sie den Partner wenigerk, oft nur noch, wenn er eindringt. Mit der Zeit spüren Sie ein Schweregefühl im Becken, besonders bei körperlichen Belastungen wie beim Heben von Kleinkindern, langem Stehen oder Bergab-Gehen. Verschlimmert sich die Snekung noch mehr, entsteht das sogenannte Fremdkörpergefühl, es fühlt sich an, als hätten Sie etwas in der Scheide.
Die Beschwerden sind meist nur zeitweise, unter Belastung spürbar. Wenn Sie sich hinlegen oder vornüberbeugen, verschwinden sie wieder.

Auszug aus: Claudia Amherd 'Beckenbodentraining - Fitness für den kostbarsten Muskel der Frau' ISBN-13 978-3-8334-4143-1

Freitag, 12. Januar 2007

Beckenbodentraining stärkt nicht nur die Blase!

Ein gezieltes Beckenbodentraining kann sämtliche Beschwerden, die im Becken auftreten vorbeugen oder lindern. Bei vielen Beschwerden kommt man nicht auf die Idee, dass Beckenbodentraining helfen könnte. Obwohl schon zahlreiche Menschen dadurch Linderung erfuhren.

Folgende Beschwerden können mit Beckenbodentraining gelindert werden:
  • Blasenschwäche, Belastungs- und Dranginkontinenz
  • Gebärmutter- und Blasensenkung
  • Hämorrhoiden
  • Stuhlinkontinenz
  • Dyspareunie (Schmerzen beim Sex)
  • Vaginismus
  • Erektionsstörungen
  • Prostatabeschwerden
  • Kreuzschmerzen
  • Rückenbeschwerden
  • Arthrose in den Hüftgelenken
Wenn Sie an solchen Beschwerden leiden, sollten Sie sie auf jeden Fall ärztlich abklären lassen. Gerade Erektionsbeschwerden oder Beschwerden mit der Prostata können auf andere, schwerwiegende Probleme hindeuten.

Im Beckenbodenzentrum können Sie in verschiedenen Kursen, die Spass machen, Ihren Beckenboden Woche für Woche trainieren. Alle unsere Kurse eignen sich dazu!
EinsteigerInnen trainieren am besten im Beckenboden-Power. Männer und Frauen, die schon länger trainieren können auch in Pilates, Power Yoga und Yoga-Lounge ihren Beckenboden perfekt trainieren. Den aktuellen Stundenplan finden Sie im Sidebar.

Donnerstag, 11. Januar 2007

Was ist ein TVT - Tension Free Vaginaltape?

TVT ist eine Operationstechnik (Bandoperation) gegen Belastungsinkontinenz. Sie dauert nur etwa 20-30 Minuten und wird mit örtlicher Betäubung durchgeführt. Das Band wird unter den mittleren Teil der Harnröhre gelegt. Die Enden werden oberhalb des Schambeins herausgezogen und abgeschnitten. Befestigt wird es nicht, durch seine Struktur 'klebt' es wie ein Klettverschluss im Gewebe fest. Es stützt und stabilisiert bei Druckveränderungen die Harnröhre und wirkt so gegen Belastungsinkontinenz.
Komplikationen können sein: Blasenentleerungsstörungen, dann ist es nötig, das Band zu lockern. Weiter können während der Operation die Blase, Gefässe oder der Darm verletzt werden. Manchmal entsteht nach der Operation auch eine Dranginkontinenz.

Auszug aus: Claudia Amherd 'Beckenbodentraining - Fitness für den kostbarsten Muskel der Frau' ISBN 13 978-3-8334-4143-1, erhältlich bei Amazon oder im Buchhandel.

Vaginismus - eine Panikattacke des Beckenbodens

Beim Vaginismus reagiert die Scheide äusserst sensibel, wenn ein Tampon, Finger oder Penis sie berührt. Der Beckenboden und das äussere Drittel der Scheide ziehen sich krampfartig zusammen, so dass ein Einführen eines Tampons, eine gynäkologische Untersucheung oder Geschlechtsverkehr eine Tortur oder gar unmöglich ist. Dieser Beckenbodenkrampf ist wie ein Reflex; die Frau kann ihn nicht willentlich beeinflussen. Am treffendsten ist wohl für viele Frauen das Bild der "Vagina in Panik".

Mehr Informationen zu Vaginismus

Mittwoch, 10. Januar 2007

Beckenbodentraining als Orgasmustraining

Viele Frauen sagen nach der Geburt, sie spüren sich nicht mehr. Ihre Scheide fühlt sich weit, wund und etwas schlaff an. Bei der Liebe spüren sie dann den Partner nicht mehr.
'Es war, wie wenn er sich in mir verliert. Das Reibegefühl fehlte und an Orgasmus war gar nicht mehr zu denken. Nun, nach 3 Wochen Intensiv-Training spüre ich mich wieder. Besser als zuvor. Ich erlebe jetzt vaginale Orgasmen. Vor dem Training hatte ich - wie die meisten Frauen - 'nur' klitorale Orgasmen. Die sind auch sehr schön, damals vermisste ich auch nichts. Jetzt, da ich den vaginalen Orgasmus kenne, möchte ich ihn nicht mehr missen. Jetzt weiss ich, was mir bisher fehlte', formulierte vor kurzem Tanja*, 26.

Mein gezieltes Beckenbodentraining bringt Ihnen die Empfindungsfähigkeit bald wieder zurück. Sie trainieren nicht nur die Schliessmuskulatur um Harnröhre und After, sondern Sie trainieren den ganzen Beckenboden. Sie vernetzen die Muskulatur mit Bauch, Rücken und Beinen.
Besonders die Vernetzung mit dem Bauch, über den Pyramidalis, bringt mehr Lustgefühle. Das Training strafft die gesamte Beckenmuskulatur, auch die um die Scheide. Dabei bleibt die Muskulatur aber auch flexibel und reaktionsfähig.

Erleben auch Sie intensivere Orgasmen und trainieren Sie regelmässig Ihren Beckenboden! Wie's funktioniert können Sie im Beckenbodenzentrum lernen. Aktueller Stundenplan siehe Sidebar. Alle Lektionen im Beckenbodenzentrum, besonders aber Beckenboden-Power, eignen sich als Beckenbodentraining. Einsteigen können Sie jederzeit.

In meinem Buch 'Beckenbodentraining - Fitness für den kostbarsten Muskel der Frau' ISBN 978-3-8334-4143-1 finden Sie eine ganze Übungsserie 'Sexercises', die perfekten Übungen für einen intensiveren Orgasmus.

Sexercises bieten wir als Workshop oder in den Beckenbodenzentrum Retreats in Mallorca an
*Name geändert.

Montag, 8. Januar 2007

Husten schwächt den Beckenboden

Wir sind wieder mitten drin. In der hustenden, schniefenden Jahreszeit. Viele sind erkältet, husten und niesen, was das Zeug hält.
Sind Sie von Blasenschwäche oder einer Gebärmuttersenkung betroffen, bedeutet das für Sie ein Risiko.
Jedesmal, wenn Sie husten oder niesen, üben Sie Druck auf Ihren Beckenboden aus. Sie pressen die Luft und Ihre inneren Organe nach unten - gegen den Beckenboden. Ist der Beckenboden schon geschwächt, kann er nicht mit voller Kraft dagegen halten. Er wird noch schwächer. Blasenschwäche und Senkung verstärken sich.

So schützen Sie Ihren Beckenboden während einer Erkältung:
  • Erkältung unbedingt behandeln. Inhalieren, Salben, Tee trinken oder ärztlich behandeln lassen.
  • Beim Husten und Niesen atmen sie immer erst ein. Aktivieren Sie mit dieser Einatmung kräftig den Beckenboden: Sitzknochen zusammenziehen. Während des Hustens / Niesens, die Beckenbodenkraft halten.
  • Drehen Sie beim Husten / Niesen den Kopf zur Seite
  • Bleiben Sie unbedingt aufrecht. Halten Sie sich so grade wie eine Kaiserin! Das entlastet Ihre inneren Organe und entschärft den Druck.

Freitag, 5. Januar 2007

Was ist Biofeedback? Was ist Elektrostimulation?

Beim Biofeedback können Sie Ihre eigene Muskelaktivität am Bildschirm verfolgen. Es werden entweder Elektroden am Beckenboden festgeklebt oder Vaginal-/Analsonden eingeführt. Am Bildschirm können Sie sehen, ob Sie die Beckenbodenmuskeln anspannen oder entspannen. So werden Sie sich über die Aktivität dieser Muskelgruppe bewusst und lernen, den Beckenboden bewusst zu aktivieren oder zu entspannen.

Elektrostimulation funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Die Elektroden senden ein elektrisches Signal an Ihre Beckenbodenmuskeln. Ihre Muskeln ziehen sich zusammen, spannen sich also an. Die Elektrostimulation ist ein eigentliches Muskeltraining ohne Ihr eigenes zutun. Es hilft Ihnen, einen Teil der Beckenbodenmuskulatur zu entdecken und aktiv anzuspannen.

Vorteile von Elektrostimulation bzw. Biofeedback:
  • Auch Personen mit sehr schlechter Körperwahrnehmung lernen, den Beckenboden zu aktiveren.
Nachteile von Elektrostimulation bzw. Biofeedback:
  • Kann schmerzhaft sein, vor allem wenn mit Vaginal-/Analsonden gearbeitet wird.
  • Sehr zeitaufwendig. Sie brauchen täglich 1-2 x 15 Minuten Training.
  • Ohne begleitendes Beckenbodentraining schwindet der Erfolg nach der Behandlung schnell wieder.
  • Sie trainieren nicht die gesamte Beckenbodenmuskulatur, sondern nur die Schliessmuskeln von Harnröhre und After. Bei Sonden verkrampfen sich ausserdem viele Menschen. Dies führt zu Verspannungen im Beckenbereich und kann sogar Dyspareunie oder gar Vaginismus auslösen.
Im Beckenbodenzentrum wenden wir sehr sehr selten Biofeedback und Elektrostimulation an. Wir vertrauen auf die Eigenwahrnehmung unserer Kundinnen und Kunden. Sie sind sehr wohl in der Lage, nach 1-2 Lektionen Ihren Beckenboden wahrzunehmen und lernen Schritt für Schritt Ihn im Alltag einzusetzen.
So bewahren Sie Ihre Unabhängigkeit von Therapeutin und Gerät und erzielen einen Mehrwert für Ihre Gesundheit und Ihren Alltag.

Donnerstag, 4. Januar 2007

Medikamente können die Blase schwächen

Blasenschwäche ist meist das Ergebnis von verschiedenen Faktoren, die über Jahre auf den Körper einwirken. Einer dieser Faktoren sind Medikamente. Der Einfluss der Medikamente auf die Blase wird häufig unterschätzt und findet deswegen auch bei Medizinern nur geringe Beachtung.

Medikamente haben oft Nebenwirkungen wie Verstopfung, Muskuläre Verspannungen, Herabsetzung der Reaktion usw. All dies kann die gesunde Funktion der Blase stören.

Beispiele von Medikamenten, die Ihre Blasenfunktion schwächen können:
  • Psychopharmaka, Antidepressiva
  • Schmerzmittel
  • Betablocker, Mittel gegen Bluthochdruck
  • Schlafmittel
  • Abführtabletten
  • Entwässerungstabletten
  • Antiepileptika, Mittel gegen Epilepsie
  • Beruhigungstabletten
  • Mittel gegen Magen-Darmerkrankungen
  • Cholesterinsenker, Bluttfettsenker
Wenn Sie ein Medikament einnehmen müssen, das auf dieser Liste steht, setzen Sie es keinesfalls einfach ab! Ihr Arzt hat Ihnen dieses Medikament für eine Erkrankung verschrieben. Wenn Sie Schwierigkeiten mit der Blase haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Falls Sie solche Medikamente einnehmen müssen, kann sich der Erfolg des Beckenbodentrainings verzögern. D.h. nicht, dass Sie nicht erfolgreich sein werden. Sie werden lediglich etwas länger trainieren, bis Sie erste Erfolge erzielen. Oder bis Sie gar keine Beschwerden mehr haben. Am besten brechen Sie Ihr Beckenbodentraining gar nicht mehr ab und trainieren wöchentlich Ihr Programm!