Freitag, 22. Dezember 2006

Vorsicht: Bauchmuskeltraining kann Senkungen verstärken

Traditionelles Bauchmuskeltraining - also Sit Ups, Chrunches, Rumpfbeugen - erhöhen den Druck im Bauchraum. Meist halten Sie noch den Atem an und pressen so noch zusätzlich (Pressatmung) Richtung Beckenboden. Dies ist für den Beckenboden eine enorme Belastung. Die Organe senken sich ab und werden gegen den Beckenboden gedrückt. Der Beckenboden senkt sich, wird gedehnt und verliert an Kraft. Sind Ihre tiefen Bauchmuskeln noch geschwächt, was bei den meisten Menschen der Fall ist, dann drücken Sie noch den Bauch raus.
Solche Bauchmuskelübungen werden in Fitnesscentern in Aerobic-Kursen, oft auch in der Physiotherapie und Gymnastik gemacht. Über Monate oder gar Jahre so trainiert, fördern Sie Blasensenkung, Gebärmuttersenkung und Blasenschwäche (Inkontinenz).

Eine optimale Bauchmuskelübung für Beckenboden und Bauch ist folgende:
  • Rückenlage, die Arme seitlich anwinkeln
  • aktivieren Sie den Beckenboden, indem Sie Ihre Sitzknochen zusammenziehen
  • ziehen Sie den Rücken lang, der Nacken lang und gedehnt
  • den Bauchnabel nach innen-oben ziehen, der Bauch ist während der ganzen Übung flach
  • ein Bein nach dem andern abheben und anwinkeln. 90 Grad in Hüfte und Knie, Füsse flex (anziehen)
  • aus dem Beckenboden die Beine 5 cm wegschieben, aus dem Beckenboden zurückziehen
  • 20-30 mal wiederholen
  • achten Sie während der Übung auf folgendes: Nacken, Schultern und Rücken entspannen; der Bauch bleibt flach, Kreuz nicht in den Boden drücken, den Rücken absolut stabil halten, der Beckenboden ist die ganze Zeit aktiv!
Weitere Beckenboden schonende Übungen finden Sie in meinem Buch: Claudia Amherd 'Beckenbodentraining - Fitness für den kostbarsten Muskel der Frau' ISBN-13 978-3-8334-4143-1, ISBN-10 3-8334-4143-7, erhältlich im Buchhandel oder bei Amazon.